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Dirt River Radio

Dirt River Radio live am 22. September im Real Music Club Lauchhammer!









CD-Review "Rock'n'Roll Is My Girlfriend" 2013
Steve Braun, Rocktimes
Etwa ein halbes Jahr nachdem sich Kollege Jochen glücklich schätzte, Dirt River Radios Erstling und die Bandhistorie abhandeln zu können, darf ich mich nun um den - überaus erfreulichen, so viel darf ich vorwegschicken - Nachfolger kümmern.
Leider lag der Promo-Copy kein Booklet bei, aber alles deutet darauf hin, dass das australische Quintett zwischenzeitlich zu einem Quartett geschrumpft ist. Damit scheint auch ein kleiner Stilbruch verbunden gewesen zu sein, denn von der »schwer Blues-geladene(n) Mixtur«, die der stets überaus treffsichere Kollege "Come Back Romance..." zugestanden hatte, ist bei "Rock'n'Roll Is My Girlfriend" kaum noch etwas zu vernehmen. Ob es am Wechsel von Gitarrist und Sänger Alex Raunjak hin zu Danger Alexander (gleiche Aufgabengebiete) gelegen haben mag, darüber kann bestenfalls spekuliert werden. Auch die vom Label attestierten »Pub Rock-Elemente« sind nur indirekt - sprich: in der offensichtlichen Trinkfestigkeit der vier Aussies begründet - wahrnehmbar, obwohl sich gelegentlich doch ein kleinwenig Nick Lowe-Feeling einschleichen will. Wenn gelegentlich einmal die schwarz-weißen Tasten gedrückt werden (war es Cam Adam, der beim Vorgänger noch in Diensten von DRR stand?), werden Reminiszenzen an ein Urviech wie Mitch Ryder wach. Ansonsten regieren lupenreiner Alt. Country und schrammeliger Roots Rock.
Die beiden Sänger Heath Brady und Danger Alexander verfügen über die begnadete Fähigkeit, immer mal wieder einen Refrain mit Mitgröl-Faktor rauszuhauen. Man wähnt sich dann in einer verrauchten Pinte, mit seinem Nebenmann bierselig in den Armen liegend und den Plastebecher mit Hopfenkaltschale schwingend und fröhlich krakeelend die Mikroschwinger begleitend. "New York City" ist so ein Beispiel für einen der Gassenhauer, bei dem man sich gerne heiser brüllen möchte... Auf die glühendheiße Spitze wird das mit dem Rausschmeißer "Broken English Baby" getrieben, der in einem grandiosen Gospelfinale mündet.
Positiv fällt zudem auf, wie geschickt die Dirt River Radios zwischen den zehn Titeln das Tempo variieren. Da löst sich mitreißend Schrammeliges wie "The Big One" oder "Antique Store Girl" mit schmachtenden Pianoballaden - göttlich: "English Skies" - ab, anarchistischer Cowpunk à la frühe White Cowbell Oklahoma bei "Fuck You - I Miss You" mit wehmütiger Lagerfeuerromantik beim knisternden "All The Good Girls". Den Vogel schießt natürlich der lupenreine Seventies-AC/DC-Nackenbrecher "Hard Road" ab.
Mit dem von der Plattenfirma angekündigten ('klassischen') Pub Rock hat Dirt River Radios Zweitwerk weniger zu tun, mit Bierpinten-Rock dafür um so mehr. Und falls es dieses Genre noch nicht gibt, darf man es hiermit als erfunden betrachten!! "Rock'n'Roll Is My Girlfriend" ist eine Stimmungskanone mit quasi einproduzierter und -gemixter Guter-Laune-Garantie. Jessas, Ria 'n' Jupp - was muss diese Truppe live knallen...
Line-up:
Heath Brady (vocals, guitar)
Danger Alexander (vocals, guitar)
Anthony Casey (bass)
Blind Mike Saunders (drums)

CD-Review " Come Back Romance, All Is Forgiven" 2012
Jochen v. Arnim, Rocktimes
Bereits seit 2007 macht das Quintett Dirt River Radio seine australische Heimat in Melbourne unsicher und hat schon im Jahre 2010 dieses vorliegende Album auf den heimischen Markt gebracht. Erst ab 2012 kann sich nun das französische Label Mascot mit den Jungs aus St. Kilda schmücken. Seit wenigen Tagen hat auch der Booker/Promoter Teenage Head Music die Australier auf der Liste, so dass wir uns schon jetzt auf eine baldige Tour durch die Kneipen Europas freuen dürfen.
Kneipen - das ist genau das Stichwort, das sich dem Hörer beim ersten Durchlauf dieses mit rund achtunddreißig Minuten eher knapp bemessenen Rundlings aufdrängt. Beginnt man zwar den Opener "Ballad Of A Broken Man" mit mexikanisch angehauchten Blechbläsern und einer dazu passenden Akustischen, so gehen die Assoziationen doch während der gesamten Spielzeit eher in Richtung verrauchter Guinness-Tränke. Es soll ja durchaus auch ein oder zwei Iren in diese ehemalige Sträflingskolonie auf der Südhalbkugel verschlagen haben. Und dazu wirkt dann auch Dirt River Radios leicht selbstironische Kategorisierung ihrer Musik als debaucherous sing along rock'n'roll wie maßgeschneidert. Mit ihrem musikalischen Haupteinfluss in der Welt amerikanischer Country-Musiker à la Gram Parsons, verbunden mit der Liebe zu ihren Landsleuten von AC/DC oder Clutch schaffen sie eine eigenständige, schwer Blues-geladene Mixtur. Aber eben auch und gerade in Richtung ihres Sing-Along-Rock'n'Roll können sie wunderbare Ausflüge machen, da lassen an einigen Stellen die Pogues ein wenig grüßen. Aber es kommt auch z. B. "Chase The Sun" als flottes Rockabilly-Stück daher, begleitet von einer eingängigen Blues Harp, das fast schon orgiastisch endet.
Kernstück all ihrer Songs sind neben der Musik natürlich in erster Linie die Texte, die, wie schon weiland Cold Chisel, knallhart mit dem australischen Machismo aufräumen. Kerle, die Bier saufen, laut lachen und über Footie reden, täuschen damit nur über ihre Ängste (Frauen gegenüber) hinweg - »so the women can't tell that they're riddled with fear« ("The Boys In The Public Bar" - ganz groß). Die Kumpels sind zwar allesamt »fucked up«, aber trotzdem die besten Freunde der Welt (solange du ihnen das nächste Bier kaufst). Den Herren um die beiden Sänger Alex Raunjak und Heath Brady kauft man bedingungslos ab, dass sie sich äußerst sicher in diesem Metier bewegen, weil sie sich sowohl mit Bars als auch den Inhalten ihrer Songs bestens auskennen und wohl auch einen Haufen von "All My Friends" haben.
"Come Back Romance, All Is Forgiven" war seinerzeit in Australien unter dem absolut passenden Titel "Beer Bottle Poetry" erschienen. Warum das für unsere Regionen nun geändert werden musste, steht in den Sternen (oder zumindest nicht auf dem Promo Sheet). Mir gefällt der Originaltitel besser, aber letztendlich ist das ja auch nur Verpackung. Der Inhalt jedoch ist geblieben und das anzuerkennen fällt mir im vorliegenden Fall alles andere als schwer. Nur zu gut kann ich mir vorstellen, dass der Fünfer aus Down Under im Anschluss an seine mitreißenden Shows (und ich rede nicht von knallharter Mucke, die permanent auf die Zwölf haut, sondern von emotionalen Geschichten aus dem Leben zum Mitsingen) noch so richtig mit den Gästen an der Bar abhängen und über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens quatschen kann. Coole Scheibe, bald gibt es eine zweite!
Line-up:
Alex Raunjak (vocals, guitar)
Heath Brady (vocals, guitar)
Cam Adam (piano, Hammond)
Anthony Casey (bass)
Mike Saunders (drums)

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